Sich mit der Erkrankung Diabetes mellitus richtig zu ernähren, ist nicht immer einfach. Gerade, wenn Du diese Diagnose erst vor Kurzem erhalten hast und noch gar nicht weißt, was genau auf Dich zukommt, wirst Du Dich viel informieren und belesen müssen, um herauszufinden, worauf Du jetzt achten musst. Möglicherweise ist Deine Verunsicherung, was jetzt noch gut für Dich ist, auch groß. Je nach dem, unter welchem Typ Diabetes Du leidest – es gibt nämlich zwei verschiedene Arten dieser Erkrankung – kann eine Behandlung mit Insulin erforderlich sein oder muss sogar dringend ein Leben lang durchgeführt werden. Auf jeden Fall geht eine Diabeteserkrankung mit der Umstellung Deiner bisherigen Ernährung einher. Du solltest Dein Hauptaugenmerk bewusst auf bestimmte Inhaltsstoffe in den von Dir gekauften Lebensmitteln lenken und Dich in erster Linie gesund ernähren. Fast Food und zuckerhaltige Getränke und Speisen solltest Du nach Möglichkeit vermeiden.

Was ist eigentlich Diabetes mellitus?

Die Wortverbindung Diabetes mellitus ist eine Mischung aus Latein – nämlich „honigsüß“ – und Griechisch – nämlich „Durchfluss“. Das Hauptsymptom dieser Erkrankung liegt nämlich darin, dass sich in Deinem Urin Zucker nachweisen lässt – deswegen der „honigsüße Durchfluss“. Die Krankheit selbst konnte schon während der Antike diagnostiziert werden. Im Gegensatz zu heute verlief die Diagnose hier allerdings noch durch die geschmackliche Probe des Urins, da dieser durch den Zucker eine besondere Süße aufwies.

Diabetes mellitus wird umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit oder einfach nur als Diabetes bezeichnet. Liest Du also eine dieser drei Schreibweisen, ist immer dieselbe Krankheit gemeint. Allerdings handelt es sich bei Diabetes mellitus nicht nur um eine einzige Krankheit. Sie lässt sich in verschiedene Stoffwechselkrankheiten unterteilen. Sie alle finden sich unter diesem Sammelbegriff zusammen und gehen alle mit einem zu Viel an Zucker im Blut einher. Die Ursache für eine Zuckererkrankung kann der absolute Mangel an körpereigenem Insulin oder eine abgeschwächte Wirkung des Insulins, welches von Deinem Körper gebildet wird, sein. Aber auch die falsche Ernährung trägt zu einer Erkrankung mit Diabetes mellitus bei und sollte deshalb genau unter die Lupe genommen werden.

Das sind die Symptome von Diabetes mellitus

Wenn Du folgende Symptome bei Dir feststellst, solltest Du unbedingt Deinen Arzt konsultieren und Dich auf eine mögliche Zuckerkrankheit hin untersuchen lassen. Wenn Du bereits an Diabetes mellitus erkrankt bist und diese Erkrankung bei Dir diagnostiziert wurde, sind folgende Symptome für Dich nichts Unbekanntes mehr:

  • Du musst besonders häufig urinieren und das vor allem nachts
  • Das kommt in der Regel durch den erhöhten Durst, den Du verspürst
  • Du hast viel weniger Appetit
  • Durch den wenigeren Appetit nimmst Du relativ viel an Gewicht innerhalb eines kurzen Zeitraumes ab
  • Du bist oft sehr müde, abgeschlagen und kraftlos
  • Gerade der Beginn der Erkrankung ist durch häufige Heißhungerattacken gezeichnet
  • Deine Haut juckt
  • Du hast Kopfschmerzen
  • Dir ist oft schwindelig
  • Du klagst über Übelkeit, mitunter mit Erbrechen
  • Du siehst viel schlechter
  • Du bist anfälliger gegenüber bestimmten Infekten wie z. B. Harnwegserkrankungen und Hautinfektionen
  • Deine Muskeln verkrampfen sich
  • Du leidest unter Störungen Deines Bewusstseins

Diabetis Spritze

Diabetes in seinen beiden Typen

Die Zuckererkrankung lässt sich in verschiedene Typen einstufen. Neben den beiden bekanntesten Formen Typ-1 und Typ-2 gib es noch zahlreiche andere Klassifikationen, die sich zum Beispiel auf genetische Defekte oder sonstige Erkrankungen zurückführen lassen. Wir möchten hier aber einmal die bekanntesten Formen für Dich genauer betrachten.

Typ-1-Diabetes mellitus

Bei dieser Form des Diabetes mellitus rührt ein absoluter Mangel an körpereigenem Insulin daher, dass die Betazellen der Langerhans-Inseln, welche im Pankreas lokalisiert sind, zerstört werden. In der Regel spielt hier Deine genetische Positionierung eine Rolle, doch auch unterschiedliche Faktoren aus der Umwelt tragen hier zur Krankheit bei. Diese Autoimmunerkrankung manifestiert sich erst dann, wenn etwa 85 % der β-Zellen zerstört sind, die sich in der Bauchspeicheldrüse befinden.

Folgen des Insulinmangels bei Typ-1-Diabetes mellitus:

Zu den häufigsten Folgen dieser Krankheit zählen folgende:

  • Dein Blutzuckerspiegel steigt an, da bis zu 500 g Glukose an einem Tag aus der Leber ins Blut abgegeben werden.
  • Freie Fettsäuren gelangen aus ihren Depots in Dein Blut, was zu einer Übersäuerung führt. Dies beeinträchtigt alle Vorgänge Deines Stoffwechsels.
  • Du verspürst ständig Durst und willst Unmengen an Flüssigkeiten zu Dir nehmen. Diesem Umstand liegt zugrunde, dass Du dehydriert bist, weil Du sehr oft wasserlassen musst.

Es gibt natürlich noch weitere Folgen, mit denen Du als Diabetiker rechnen musst. Nimmt man alle diese Folgen zusammen, kann der Verlauf eines Diabetes mellitus sehr schlimm sein und sogar lebensbedrohlich sein.

Typ-2-Diabetes mellitus

Bei dieser Form des Diabetes mellitus gibt es die unterschiedlichsten Krankheitsverläufe. Typ-2 kann sowohl von genetischer Seite her bedingt sein und mit einem relativen Mangel an Insulin einhergehen oder mit einem absoluten Mangel an körpereigenem Insulin gekennzeichnet sein. Das ist dann in der Regel jedoch im späteren Verlauf des Diabetes mellitus der Fall. Bei diesem Typ der des Diabetes mellitus kann das Insulin, welches vom Körper gebildet wird, nicht dort wirken, wo es eigentlich soll. Die Bauchspeicheldrüse hat die Funktion, dies in den ersten Jahren der Erkrankung auszugleichen. Das kann sie allerdings nicht allzu lange. Dann bildet sich die Krankheit Typ-2- Diabetes mellitus aus.

Bei dieser Form der Diabetes verändern sich als erstes die großen und kleinen Blutgefäße. Sie verdicken sich, was zu einer Verhärtung führt. Auch Wucherungen im Gewebe sind hier nicht selten.

Die Folgen der Veränderung der Blutgefäße bei Typ-2-Diabetes mellitus

All diese Veränderungen bringen Folgendes mit sich:

  • Dein Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, steigt rasant an
  • Deine Nieren können versagen
  • Deine Augen können an grauem oder grünem Star erkranken oder Du kannst sogar erblinden
  • Deine Nerven leiden. Dadurch hast Du häufig Krämpfe in den Waden, Schmerzen in bestimmten Nerven und unter Umständen sogar Lähmungserscheinungen

Ob Du an Typ-2 erkrankst oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Deine genetische Positionierung spielt hier zwar mit hinein, dennoch steht ein Übergewicht als Ursache an erster Stelle. Schon allein deswegen spielt Deine Ernährung eine enorm wichtige Rolle, wenn Du mit dieser Krankheit konfrontiert wirst.

Was genau sind BE-Tabellen?

Wenn Du Dich mit dem Thema Ernährung bei Diabetes auseinandersetzt, wirst Du zwangsläufig über den Begriff BE-Tabelle stolpern. Dabei handelt es sich um eine Einheit zur Berechnung des Gehalts von bestimmten Kohlenhydraten in Lebensmitteln. „Broteinheit“ nennt sich dies. Und hier in Deutschland bedeutet eine BE 12 Gramm an Kohlenhydraten. Auch wenn es mittlerweile nicht mehr so arg streng genommen wird, was Du als Diabetiker essen darfst und was nicht, liefern die BE-Tabellen Dir wichtige Wissensgrundlagen zu den einzelnen Produkten, aus denen Du Deine Speisen zusammenstellst. Auch Diabetiker dürfen Süßigkeiten essen, allerdings solltest Du dann Deinen Blutzucker genau im Auge behalten.

Wertvolle Tipps zur richtigen Ernährung bei Diabetes

Wir zeigen Dir hier Tipps und Tricks, wie Du mit der richtigen Ernährung dafür sorgen kannst, dass …

  • a) … bei einer Typ-1-Diabetes die Folgeschäden so gering wie möglich ausfallen und somit auch die Erkrankung selbst für Dich erträglicher wird

    und

  • b) … Du eine diagnostizierte Typ-2-Diabetes überwinden kannst. (Dies funktioniert jedoch nur, wenn Deine Bauchspeicheldrüse noch in der Lage dazu ist, Insulin selbst herzustellen.)
    Ungesundes Essen

  • 1. Vermeide (industriellen) Zucker in Deinen Lebensmitteln und Getränken!

    Das ist auch schon der wichtigste Punkt der ganzen Liste und gilt auch für Dich, wenn Du nicht unter Diabetes mellitus leidest. Denn: Industriell hergestellter Zucker in Speisen und Getränken schadet jedem von uns. Deshalb verzichte am besten auf Fruchtzucker, Rohrzucker, Haushaltszucker, Vollrohrzucker und Mittel zum Süßen wie zum Beispiel Ahornsirup und sonstigen Sirup. Stattdessen kannst Du lieber Stevia, Kokosblütenzucker oder Yacon-Sirup verwenden.

    Fruchtzucker wurde Diabetikern über viele Jahrzehnte hinweg als Mittel zum Süßen empfohlen. Dabei ist mittlerweile bewiesen, dass durch diesen zum Beispiel die Fetteinlagerung gefördert wird und somit die befürchtete Fettleber entstehen kann. Diese wirkt sich natürlich massiv nachteilig auf Deine Krankheitsgeschichte aus. Auch, wo „Diabetikersüßigkeit“ drauf steht, solltest Du auf die Süßungsmittel achten. Ist ausgewiesen, dass die Leckerei mit Fructose versetzt ist, lass die Finger davon. Sie sind weder für Dich als Diabetiker noch für gesunde Menschen geeignet.

    Was natürlich immer empfehlenswert ist: der Fruchtzucker, der in reifen Früchten steckt. Und Stevia. Stevia wird aus der Stevia-Pflanze gewonnen und lässt sich in unterschiedlichen Formen kaufen. Im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Süßungsmitteln wird Stevia nachgesagt, dass es sich sogar vorteilhaft auf die Diabetes mellitus-Erkrankung auswirkt. Sie soll die Sensitivität der einzelnen Zellen gegenüber Insulin maßgeblich verbessern.

  • 2. Reduziere Deine Fleischzufuhr!

    Natürlich gehört Fleisch für die meisten von uns einfach mit auf den Speiseplan. So ein leckeres Steak oder die Wurst am Abend auf dem Brot macht für viele das Essen erst perfekt. Dabei ist bewiesen, dass sowohl verarbeitete wie auch unverarbeitete Fleischsorten und auch Wurstprodukte dazu beitragen, Dein Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, deutlich zu erhöhen. Deshalb leben Vegetarier in vielerlei Hinsicht und auf lange Sicht gesehen, deutlich gesünder.

    Ersetze doch einmal mehrere Fleisch- und Wurstprodukte in der Woche durch Nüsse und Vollkorngetreide. So erhältst Du auch viel Eiweiß, ohne Dein Diabetes-Risiko zu steigern.

  • Übergewicht

  • 3. Baue eventuelles Übergewicht ab!

    Ebenfalls ein wesentlicher Punkt auf dieser Liste mit Tipps und Tricks: Übergewicht abbauen. Solltest Du unter zu viel Körpermasse leiden, dann solltest Du mit Deinem Arzt oder einem Trainer besprechen, wie Du möglichst schnell auf gesunde Art und Weise Gewicht abbauen kannst. Dabei solltest Du natürlich in erster Linie Deine Ernährung umstellen und Dich parallel dazu viel bewegen. Denn ohne Sport geht es nicht. Bauchfett bringt das höchste Potenzial der Entzündung mit sich und sollte als erstes in Angriff genommen werden. Anders als andere Fettdepots kannst Du hier auch schon nach geringer Zeit die ersten Erfolge sehen und so Deinen Elan, am Ball zu bleiben, steigern.

  • 4. Ernähre Dich basisch!

    Als Dein Hauptnahrungsmittel in naher Zukunft solltest Du Salate und Gerichte aus frischem Gemüse betrachten. Diese gehören unbedingt auf Deinen Speiseplan und sollten die Hauptkomponenten bilden. Diese kannst Du dann nach Lust und Laune noch mit Sprossen, Buchweizen, Dinkelbulgur, Nüssen usw. aufpeppen. Auch Milch kannst du ersetzen, indem Du Mandelmilch selbst herstellst. Und Weißbrot solltest Du generell meiden und durch Bio-Brot ersetzen, welches reich an Zusatzstoffen ist.

    Mit dieser Umstellung trägst Du auch wesentlich dazu bei, dass Punkt 3 Dir leichter fällt.

  • Wasser trinken

  • 5. Trinke ausreichend Wasser und nimm Mineralstoffe zu Dir!

    Ganz wichtig für jeden von uns, aber vor allem für Dich als Diabetiker. Mit 2 – 3 Litern Wasser am Tag unterstützt Du Deinen Körper optimal bei seinen Stoffwechselvorgängen und senkst das Risiko eines Heißhungers auf süße Sachen.

    Auch ist es unbestritten, dass durch den erhöhten Harndrang, den Du als Diabetes-Patient verspürst, wertvolle Mineralstoffe verloren gehen. Diese solltest Du Deinem Körper nach Möglichkeit mit einem entsprechenden Präparat aus der Apotheke wieder zuführen.

    Auch Magnesium ist für viele Vorgänge in Deinem Körper enorm wichtig. Über Mandeln, Kürbiskerne, Amaranth und sonstige magnesiumreiche Lebensmittel deckst Du den Bedarf Deines Körpers ab und hilfst ihm so, sich selbst zu helfen. Denn ohne Magnesium ist eine mögliche Heilung Deiner Erkrankung von vornherein zum Scheitern verurteilt.

  • 6. Nimm Zink und Chrom in den richtigen Mengen zu Dir!

    Linsensprossen und Vollkornbrot gegen den Mangel an Chrom und Kürbiskerne, Mandeln und Linsen für ausreichend Zink – das sind typische Lebensmittel, die Dir als Diabetiker empfohlen werden, um den Mangel an beiden Elementen auszugleichen. Chrom ist wichtig, damit sich die Werte des Cholesterins verbessern können und Zink benötigst Du, um häufig auftretenden Erkrankungen Deiner Gefäße entgegenzuwirken. Beides ist also für dich von großem Interesse.

  • 7. Nimm Omega-3-Fettsäuren zu Dir!

    Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren unterstützen Deinen Körper dabei, Entzündungen (vor allem chronische) zu verringern und ganz nebenbei noch die Resistenz Deines Körpers gegenüber Insulin zu verbessern. Du findest diese Fettsäuren sowohl in Krillöl wie auch in Leinsaat und Hanföl.

  • Sonnenbad

  • 8. Treibe Sport und geh oft in die Sonne!

    Wie schon oben festgestellt: ohne Sport geht nichts. Noch praktischer ist es natürlich, wenn Du diesen an der frischen Luft und in der Sonne ausübst. Schon ein Spaziergang von gerade einmal 30 Minuten kann sich sehr positiv auf Deine Erkrankung auswirken. Dies sollte jedoch jeden Tag passieren, damit die Empfindlichkeit Deiner Zellen gegenüber Insulin durch die Bewegung angeregt wird. Die Sonne spendet wichtiges Vitamin D, welches dafür verantwortlich ist, dass Krankheiten wie Krebs, Nierenleiden und eben auch Diabetes positiv beeinflusst werden.

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